Die Schwertlilie – Iris germanica
Diesen Monat hat mich eine wunderschön blühende Iris an unserem Sielgrabenrand zur Heilpflanze des Monats inspiriert. Viele kennen die Iris oder auch auf Grund ihrer Blattform Schwertlilie genannte Pflanze, hauptsächlich als Schmuckpflanze oder wild wachsend in Feuchtgebieten. Wie so häufig hat aber auch diese Pflanze Heilwirkungen, welche das sind erfahrt Ihr im folgenden Artikel.
Die Geschichte der Iris
Die Namensgebung der Iris hat verschiedene Ursprünge, der Deutsche Name Schwertlilie entstand wie schon oben erwähnt auf Grund der schwertähnlichen Form ihrer Blätter. Der botanische Name Iris bezieht sich auf die Blüten welche im Inneren einem Auge ähnlich sind und der griechischen Göttin des Regenbogens Iris zugeordnet wurden. Der Beiname germanica lässt vermuten, dass es sich um eine deutsche Pflanze handelt, dem ist aber nicht so. Auch wenn die Pflanze schon seit langer Zeit hier heimisch ist, stammt sie aus dem vorderen Orient. Vermutet wird, dass sie von dem ägyptischen Pharao Thutmosis I. ca. 1504 v. Chr. aus Syrien mitgebracht wurde. Bei den Ägyptern gilt sie seither als Siegessymbol. Nach Europa wurde sie wiederum von Mönchen und Kreuzrittern über die Alpen gebracht, woraufhin Frankreichs König Ludwig der VII sie 1150 n. Chr. als „Lilie“ in sein Wappen aufnahm. Für ihn stand das Blatt für ein kampfbereites Schwert und die Blüte für ein reines Herz. So wurde sie auch wegen ihres Rhizoms entlang von Ritterburgen gepflanzt. Dieses Rhizom hat die Eigenschaft sowohl in Feuchtgebieten zu wachsen und die Feuchtigkeit zu speichern, als auch Trockenzeiten von bis zu einem Jahr gut zu überstehen.

Phytotherapeutischer Einsatz der Iris
Die Iris besitzt eine Vielzahl sogenannter sekundärer Pflanzenstoffe, dazu zählen Iridrin, das nur in den Rhizomen von Iris-Pflanzen zu finden ist, Triterpene und Isoflavonoide. Weitere Inhaltsstoffe sind die ätherische Öle, Stärke, Schleimstoffe und Tannin (Gerbstoffe).
Manche kennen es vielleicht, das man Babys bei Zahnungsbeschwerden eine „Veilchenwurzel“ zum kauen gibt. Diese Veilchenwurzel ist aber mitnichten die Wurzel von dem Duftveilchen Viola odora wie man denken sollte, sondern ein Stück eines Irisrhizoms. Dieses wird getrocknet, wodurch der typische Veilchenduft entsteht. Beim Kauen lösen sich die Schleimstoffe und ätherischen Öle des Rhizoms diese wirken kühlend, beruhigend und schmerzlindernd. Das Rhizomstück sollte gegen Verschlucken immer mit einem Band versehen sein.
Des Weiteren kann man aus dem getrockneten Rhizom einen Tee herstellen welcher gegen Entzündungen im Magen- Darmtrakt und bei einer geschwächten Bauchspeicheldrüsenfunktion eingesetzt wird. Da in diesem Fall die Wirkung durch die Schleimstoffe erzielt wird, muss man den Tee kalt ansetzten und für mindestens 6 Stunden, besser über Nacht ziehen lassen. Auch bei einer Bronchitis, Sinusitis und Migräne kann man einen Tee aus pulverisiertem Irisrhizom einnehmen.
Die frisch gesammelten und zerquetschten Blätter der Iris, helfen bei Brandwunden und Geschwüren. Wo bei es hier mit Johanniskrautöl (bei Verbrennungen) und der Ringelblume (bei Geschwüren) jedoch effektivere Möglichkeiten gibt.
Die Duftstoffe des Irisrhizoms (Iron und Methylionon) werden sehr gerne in der Aromatherapie eingesetzt. Neben der Rose ist es eines der bekannten „Schwellenöle“. Beide Öle sind sehr teuer, da die Herstellung eine große Menge des Ausgangsmaterials mit einer geringen Ausbeute an ätherischen Ölen gemeinsam hat. Bei dem Irisrhizom beträgt der Anteil an ätherischem Öl 0,1%, zudem muss das Rhizom bis zu 3 Jahren getrocknet werden um seinen typischen Geruch zu entfalten. Dies macht die Herstellung und damit das echte ätherische Öl so teuer. Die Einsatzgebiete des Irisöl´s in der Aromatherapie sind, wie oben schon erwähnt sogenannte Schwellensituationen, ob eine Geburt, ein neuer Lebensabschnitt, aber auch im Sterbeprozess wirkt das ätherische Öl der Iris erlösend und harmonisierend. Es löst innere Blockaden, harmonisiert bei Spannungen und Schwermut und inspiriert die Kreativität.
Neben dem Einsatz in der Parfümproduktion, so ist es zum Beispiel ein Inhaltsstoff des berühmten „Chanel No 5“ ®, kann man Irisöl aber auch in der Gesichtspflege einsetzen. Ähnlich des Rizoms hat es die Eigenschaft Feuchtigkeit zu speichern und in Trockenphasen wieder abzugeben. Auf Grund seiner reinigenden Wirkung kann es bei Hautunreinheiten wie Akne oder Rosacea begleitend als Hautpflege angewendet werden, aber natürlich auch bei trockener Gesichtshaut. Diese Hautcremes kann man durchaus selbst herstellen, wenn man die entsprechenden Zutaten hat.
Für Interesse an einem Workshop wendet Euch gerne an mich.

In der Homöopathie kommt die Iris zum Beispiel bei Migräne, Nervenschmerzen und Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse zum Einsatz. Hier wird die blaue Iris also Iris versicolor verwendet. Von einer Selbstmedikation mit der Iris ist aber streng abzuraten, da ein homöopathisches Mittel immer speziell zu dem Menschen ausgewählt werden und passen muss um eine Wirkung zu entfalten.
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Eure Charlotte
