Der gewöhnliche Natternkopf – Echium vulgare
In diesem Jahr haben in meinem Garten wieder einmal viele neue Pflanzen Einzug gehalten, darunter auch eine sonst vom Wegesrand bekannte Pflanze der gewöhnliche oder auch gemeine Natternkopf. Diese zweijährige Pflanze, im ersten Jahr bildet sie eine Rosette ähnlich dem Fingerhut oder der Königskerze, blüht aktuell in meinem Vorgarten und ich hoffe, dass sie sich gut aussät und damit vermehrt. Dem Natternkopf ist dieses Jahr auch das Artenschutzprojekt des Landes Schleswig-Holstein gewidmet, noch ein Grund mehr ihn nicht nur als Insektenmagnet, sondern auch als Heilpflanze vorzustellen.
Die Geschichte des Natternkopf
Wie schon der deutsche Name vermuten lässt, wurde der Natternkopf in der Frühzeit auf Grund seiner an einen Natternkopf mit der gespaltenen Zunge erinnernde Blüten, von der Signaturlehre als Mittel gegen Schlangenbisse angewandt. Auch der botanische Namen Echium leitet sich von dem griechischen Wort „ekhis“ ab, es bezeichnet eine zu den Nattern gehörende Schlangenart. So findet man zum Beispiel in dem Kräuterbuch von Pietro Andrea Mattioli (1501 – 1578) eine Empfehlung zur Wundheilung bei Schlangenbissen.
Phytotherapeutischer Einsatz des Natterkopf
Gegen Schlangenbisse wird der Natternkopf natürlich heutzutage nicht mehr eingesetzt, auch so ist er in der Naturheilkunde kaum noch als Heilpflanze bekannt. Er gehört zur Pflanzengattung der Raublattgewächse und ist mit dem Borretsch und dem Beinwell verwandt. Ebenso hat er, wie diese beiden Pflanzen Pyrrolizidinalkaloide als Inhaltsstoff, diese werden in Übermaß genossen den sogenannten Karzinogen und Leber vergiftend wirkenden Stoffen zugeordnet. Dies gilt für die innere Anwendung der Blätter, Stängel und Wurzeln, nicht betroffen sind die Blüten und die Samen.
Für die äußere Anwendung eignet sich ein Pflanzenbrei aus der blühenden Pflanze bei Hautentzündungen, Furunkel und Abszesse. Die zerkleinerten Pflanzenteile werden auf die entsprechende Stelle aufgelegt und mit einer Kompresse abgedeckt. Die Inhaltsstoffe des Natternkopfes wirken antibakteriell, fördern die Wundheilung und helfen bei der Hautregeneration.
Die Wurzel kann ähnlich der des Beinwell bei Prellungen und Quetschungen, als Salbe verarbeitet, angewendet werden. Dazu wird sie im Herbst ausgegraben, gesäubert in kleine Stücke geschnitten und in Öl heiß ausgezogen. Mit Hilfe von Bienenwachs wird das Öl dann eine zu einer Salbe verarbeitet, hier können dann gegebenenfalls noch passende ätherische Öle eingearbeitet werden um die Wirkung zu verstärken.
Die Blüten schmücken jeden Salat und die Samen welche vor allem Omega-3-Fettsäuren und Gamma-Linolensäure enthalten, dienen ebenfalls der Hautgesundheit und Regeneration.
So dient der Natternkopf also nicht allein als Bienen- und Insektenweide, sondern kann auch unser Gesundheit, in Maßen genossen, dienlich sein. Wichtig ist zu beachten, das hier ganz besonders gilt „die Dosis macht, das die Pflanze kein Gift ist“!
Also gerne ab und zu eine kleine Portion, aber in Maßen genießen.


Bleibt gesund und bei Fragen zu ernsten Beschwerden wendet Euch gerne vertrauensvoll an mich,
Eure Charlotte
