Der Lorbeerbaum – Heilpflanze im Oktober

Der Lorbeerbaum – Laurus nobilis

Diesen Artikel könnte man überschreiben mit dem Titel vom Lorbeerkranz zur Heilpflanze, zum Gewürz. Wir alle kennen den Lorbeer hauptsächlich als Gewürz und als Lorbeerkranz für den Sieger. Die Heilpflanze kennen aber wohl nur die Wenigsten. Das ist ein Fehler wie ich Euch im folgenden Artikel gerne aufzeigen möchte.

Die Geschichte des Lorbeerbaum

Der Lorbeer hat eine über 3000 Jahre alte Geschichte, von den Griechen wurde er damals aus Vorderasien in ihre Heimat gebracht. Von dort aus trat der immergrüne Baum seinen „Siegeszug“ im ganzen Mittelmeerraum an. Die Griechen, aber auch die Römer schmückten mit Lorbeerkränzen die Häupter von verdienten Menschen, ob Sportler, Dichter oder erfolgreichen Heerführern wie zum Beispiel Cäsar. In der griechischen Mythologie verwandelt Zeus die Nymphe Daphne in einen Lorbeerstrauch, da sie vor dem Sonnengott Apollo fliehen wollte. Dies ist bei Ovid die erste schriftliche Erwähnung des Lorbeer.

Schon früh fand der Lorbeer seinen Einzug in die Heilkunde, so wurden die Blätter getrocknet und als Tee gegen Magenbeschwerden angewandt. Die Früchte wurden gepresst und das entstehende Öl gegen Hautprobleme und Schmerzen eingesetzt. Im Mittelalter galt Lorbeer als ein Mittel gegen die Pest und sollte gegen Zauber und Feuer schützen.

Phytotherapeutischer Einsatz des Lorbeer

Die in Vergessenheit geratene Heilpflanze wird heute zunehmend in verschiedensten Studien untersucht und man findet immer wieder neue Erkenntnisse wie der Lorbeer zur Gesundung aber auch präventiv zur Gesunderhaltung der Menschen beitragen kann. Viele dieser Studien sind noch im Stadium der Tierversuche, aber sie werden zunehmend in kleinerem Umfang auch an gesunden jungen Menschen getestet. Neben den Blättern ist vor allem das ätherische Öl des Lorbeers in den Fokus geraten.

Wie schon im Altertum ist eine Wirkung, die wir ja auch beim Lorbeer als Gewürz nutzen, auf den Magen-, Darmtrakt inzwischen sehr gut erforscht. Er fördert die Verdauung, schützt die Magenschleimhaut und wirkt karminativ (entblähend), wodurch vor allem fette Speisen besser vertragen werden. Gleichzeitig verbessert er den Cholesterin-Wert indem er das „gute“ HLD Cholesterin steigert und das weniger gute LDL Cholesterin und die Triglyceride senken hilft. Auch bei sogenanntem oxydativem Stress, wirkt Lorbeer mit seinen antioxydativen Komponenten.
Beim Diabetes mellitus Typ II verbessert der Lorbeer die Insulinaufnahme, durch seinen Insulin verstärkenden Effekt, wodurch einer sogenannten Insulinresistenz vorgebeugt, beziehungsweise sie diese verbessern kann.

Das ätherische Lorbeeröl (wird aus den Blättern gewonnen) wirkt besonders auf die Psyche, ausgleichend, stimmungsaufhellend und zugleich beruhigend. Es wirkt aufbauend bei Überlastung und Stress, aber auch stärkend bei Angst und Mutlosigkeit. So kann es bei leichten Depressionen oder Angststörungen eingesetzt werden, zum Beispiel in Kombination mit Lavendel.

Für die äußere Anwendung sollte ätherisches Lorbeeröl immer mit einem Trägeröl wie Mandel- oder Jojobaöl, verdünnt werden, da es die Haut stark reizt. Dann aber kann es gut gegen Muskelschmerzen oder bei Gelenkproblemen verwendet werden, da es erwärmend und durchblutungsfördernd wirkt. Dies gilt auch für das sogenannte „fette“ Lorbeeröl welches aus den Früchten durch Kaltpressung gewonnen wird.

Auch eine Steigerung des Lymphsystems kann durch das Lorbeeröl erfolgen, da es auch antibakterielle, antivirale und antimykotische Wirkungen hat dient es gerade jetzt in der beginnenden Erkältungszeit zur Unterstützung. So können die Stoffwechselprodukte schneller abtransportiert werden, was zur Entlastung des Körpers und somit der schnelleren Gesundung beiträgt.

Die Blütenknospen des Lorbeers
Das Lorbeerblatt

Also nicht nur als Gewürz, sondern auch als Heilpflanze kann der Lorbeer eingesetzt werden, dafür kann man auch die Blätter aus dem Gewürzschrank nehmen, im Mörser zerkleinern und mit heißem Wasser aufgießen. Versucht es doch einfach mal.

Eure Charlotte