Heilpflanze des Monats Mai: Weissdorn

Weissdorn  – Crataegus laevigata

Den Teilnehmern meiner Heilkräuterwanderungen ist diese meist strauchartig wachsende Pflanze bereits gut bekannt. Er wächst bei uns gerne in den Knicks oder als Wegbegrenzung entlang der Sielgräben. Jetzt fängt er an seine Blüten zu öffnen und daher ist die „Erntezeit“ für die Bienen, aber auch für den Weissdorntee gekommen. Hier für werden die frischen Blütenstände gesammelt. Was man mit dem Tee aber auch mit konventionellen Medikamenten aus dem Weissdorn behandeln kann lernt Ihr im folgenden Artikel.

Geschichte des Weissdorns

Seinen botanischen Namen verdankt der Weissdorn seinem harten und langlebigen Holz. Er kann bis zu 500 Jahre alt werden,  dabei wird der Baum selten höher als 5 – 6 Meter. Die Griechen verwanden dafür das Wort kràtaigos (fest/stark) woraus später der botanische Name Crataegus wurde. Auch in der Mythologie und dem Volksglauben ist der Weissdorn sehr präsent, verkörpert er doch Robustheit und Stärke, weshalb er auch gerne als Schutzhecke um die Häuser gepflanzt wurde. In der Antike schmückte man mit seinen Blüten die Bräute, da er Hoffnung und Fruchtbarkeit symbolisierte. Schon in neolithischen Stätten wurden seine Früchte bei Ausgrabungen gefunden. Die Römer widmeten ihn der Mai-Göttin Maia und verwanden ihn um böse Geister von Kindern fernzuhalten. Bei den Kelten zählte er neben der Eiche und der Esche zu den heiligen Bäumen in denen Elfe und Feen wohnten. Ähnlich dem Holunder brachte es Unglück einen alleinstehenden Weissdorn zu fällen, da man mit deren Rache rechnen musste.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin ist der Weissdorn schon seit gut tausend Jahren bekannt. Bei den Indianern Nordamerikas diente er als „Allheilmittel“ für die allgemeine Gesundheit. Erst ab dem 14. Jahrhundert findet man ihn in den verschiedenen Kräuterbüchern unserer Region. Zu Zeit von Paracelsus (1493-1541) war Wein mit Weissdorn ein bekanntes und beliebtes „Herzmittel“.

 Phytotherapeutischer Einsatz von Weissdorn

Auch heute gilt der Weissdorn als die Herzpflanze, seine Wirkstoffe zu denen unter anderm Flavonoide, oligomere Procyanidine, Biogene Amine und Triterpensäuren zählen, wirken in ihrer Gesamtheit positiv auf die Herzgesundheit. „Wenn das Herz einem mal wieder bis zum Halse schlägt, legt der Weissdorn seine schützende Hand darüber“.

Der Weissdorn senkt den Sauerstoffbedarf des Herzen dadurch, dass er für eine bessere Durchblutung der Herzkranzgefäße und des Herzmuskels sorgt. Hierfür sorgen die oligomeren Procyanidine. Die Flavonoide stärken die Pumpkraft des Herzen und können somit bei einer beginnende Herzinsuffizienz bis zum Stadium II für eine bessere Leistungsfähigkeit sorgen. Da er eine größere therapeutische Breite als andere Herzpflanzen, wie zum Beispiel das Digitalis des Fingerhutes oder das Strophantin des Maiglöckchens hat, kann er dem „Altersherz“ eine wichtige Unterstützung sein. Aber auch schon in jungen Jahren kann man mit einer 6 wöchige Teekur mit Weissdornblüten seinem Herz etwas Gutes tun.

Seine Wirkstoffe sorgen ebenfalls für eine „Rhythmisierung“ der Herzfrequenz, in dem sie die sogenannte Refraktärzeit verlängern. Diese bezeichnet die Zeit in der das Herz unempfindlich für den elektrischen Impuls eines erneuten Herzschlages ist. Auch wenn es sich jeweils nur um Millisekunden handelt, kann man diese Wirkung messen. Ähnlich der Zitronenmelisse kann man den Weissdorn also auch bei dem sogenannten „nervösen Herz“ einsetzen.

Durch seine Wirkung auf die Herzkranzgefäße (je nach Bedarf weiten oder verengen sie sich), sorgt der Weissdorn zudem für eine Blutdruckregulierung sowohl bei hohem als auch bei niedrigem Blutdruck.

Ihr seht, eine perfekte „Herzpflanze“ die in keinem Teesortiment fehlen sollte und schmecken tut er auch.

Heilpflanze des Monats Mai: Weissdorn

Heilpflanze des Monats Mai: Weissdorn

Sollt der Tee für die Herzgesundheit nicht mehr ausreichend sein, könnt Ihr Euch gerne an mich wenden, wir werden zusammen eine Lösung finden.

Eure

Charlotte