Die Quitte – Heilpflanze im November

Die Quitte – Cydonia oblongata

Nachdem mein Quittenbaum in diesem Jahr unglaublich viele Früchte getragen hat, habe ich mich einmal genauer mit dieser Frucht beschäftigt. „Eingewandert“ aus Kleinasien ist dieser Baum heute bei uns heimisch geworden. Aber neben dem Genuss der Quitte als Obst, Gelee, Saft und weiteren Leckereien, hat diese Frucht auch durchaus heilende Wirkungen. Getreu dem Motto von Hippokrates, „Möge Eure Nahrung Euer Heilmittel und Euer Heilmittel Eure Nahrung sein!“
Welcher Teil der Quitte wie angewendet werden kann, erfahrt Ihr im folgenden Artikel.

Die Geschichte der Quitte

Die Quitte ist eine sehr alte Kulturpflanze welche über Kleinasien nach Griechenland und weiter nach Mitteleuropa gelangte. In der griechischen Mythologie wurde die Quitte mit Aphrodite, der Göttin der Liebe in Verbindung gebracht man glaubte, dass der goldene Apfel, den sie von Paris erhielt vielleicht eine Quitte war. Das griechische Wort für Quitten ist Kythoni oder  Kydoni. Der botanische Name Cydonia leitet sich hieraus ab und bedeutet soviel wie „der Apfel aus Kydonia“ einem Ort auf Kreta. Bei den Griechen war die Quitte als Liebesfrucht bekannt denn sie war das Symbol für Glück, Liebe, Schönheit und Fruchtbarkeit. Sie galt als Schutzbaum ähnlich dem Holunder bei uns im Norden und durfte daher auf keiner Hochzeit fehlen. Die Römer hingegen sahen in der Frucht vor allem die kulinarischen Anteile und so wurden die verschiedensten Zubereitungsarten mit Quitten ausprobiert. Ob gebacken, als Mus, als Saft, Gelee oder kandiert, es gibt so viele Möglichkeiten die Quitte zu genießen.

Der phytotherapeutische Einsatz der Quitte

Die Quitte enthält nicht nur mehr Vitamin C als ein Apfel, sondern noch zahlreiche Spurenelemente wie Zink, Eisen, Kupfer, Mangan , Natrium und Kalium. Auch wenn die Quitte kaum roh gegessen wird, denn die vielen Gerbstoffe oder Tannine machen sie im Rohzustand fast ungenießbar und bei der Zubereitung viel des Vitamin C verloren geht, bleiben doch die Spurenelemente enthalten und unterstützen gerade in der Erkältungszeit unser Immunsystem.

Erst auf den zweiten – verarbeiteten – Blick erkennt man die reichlich in der Quitte vorhandenen Antioxidantien.  Die Quitte wird in verarbeitetem Zustand nämlich rot und das ist ein Zeichen für Antioxidantien, wie wir es ja auch von anderen roten und blauen Früchten kennen. Diese sogenannten freie Radikale Fänger helfen Stoffwechselprodukte schneller zu eliminieren und auszuscheiden, damit dienen sie dem ganzen Körper als Schutzfunktion. Sie helfen Allergien zu vermindern und Entzündungsherde schneller abheilen zu lassen.

Die in der Quitte enthaltenen Schleimstoffe und Tannine (Gerbstoffe) schützen die Magenschleimhaut und helfen bei Magenbeschwerden indem sie eine Schutzschicht über der Schleimhaut bilden. So kann die Quitte recht gut bei Beschwerden und Entzündungen im Magen- und Darmbereich helfen.

Schwangeren kann die Quitte mit ihren vielen B-Vitaminen und der Folsäure sehr gute Dienste leisten ohne auf chemische Nahrungsergänzungsstoffe zurückgreifen zu müssen.

Gegen Husten hilft der Quitten-Honig. Hierfür wird eine Quitte von ihrem Flaum befreit (der enthält ja sehr viele Bitterstoffe), dann entkernt und in kleine Stücke geschnitten, anschließend mit flüssigem Honig übergossen und für 3-4 Wochen ziehen gelassen. Danach abgegossen und in einem separaten Glas für die Erkältungszeit aufbewahrt. Ein Teelöffel 3 x am Tag pur oder im Tee hilft gegen trockenen Husten und bei einer leichten Bronchitis. Nicht bei Säuglingen oder Kleinkindern anzuwenden, denn für sie ist Honig nicht das geeignete Lösungsmittel!

Außerdem ist in den Quitten reichlich Pektin vorhanden, ein löslicher Ballaststoff,  welcher den Cholesterinspiegel senkt indem er es an sich bindet und ausscheidet. Pektin dient auch als Nahrung für zahlreiche „gute“ Darmbakterien im Dickdarm, was ihn zu einem sogenannten Präbiotika macht. Das heißt, das Pektin der Quitte füttert die Darmbakterien, die wir für unser Immunsystem dringend benötigen. Durch seine aufquellenden Eigenschaften vergrößert er das Stuhlvolumen und führt somit indirekt zu einer besseren Verdauung.

Die Kerne in Wasser gelöst ergeben ein Gel, ähnlich dem von Chia- oder Leinsamen. Allerdings wird es nicht eingenommen, sondern eignet sich hervorragend zur Hautpflege, ob als Gesichtsmaske oder als Pflege von rauen aber intakten Hautarealen. Man muss also keine teuren Chia-Samen um die halbe Welt reisen lassen, unsere heimischen Pflanzen können das genauso gut.

Der goldene Apfel der Aphrodite – die Quitte
Der Quittenbaum in meinem Garten

 

Hier hängen noch die letzten Quitten und warten auf die Verarbeitung

Nun zum Schluss  wünsche ich Euch guten Appetit mit dieser tollen Frucht, wie auch immer Ihr die Quitte genießt.

Bei weiteren Beschwerden kontaktiert mich gerne, wir werden in einem vertraulichen Gespräch eine Möglichkeit für Eure gesundheitlichen Probleme finden.

Eure Charlotte