Die Knoblauchsrauke – Heilpflanze im April

Die Knoblauchsrauke – Alliaria petiolata


Eine schon den Wikingern bekannte Heilpflanze, die schon vor tausenden von Jahren gerne als erstes Grün des Jahres willkommen geheißen wurde. So ist sie auch heute noch eine beliebte Zutat zum Frühlings-Wildkräutersalat. Sie ist mehrjährig und bildet im ersten Jahr Rosetten aus herzförmigen Blättern. Ab dem zweiten Jahr wachsen die Stiele mit den dann spitz zulaufenden Blättern und es bilden sich im Sommer weiße Blüten und Samenstände welche ähnlich wie Pfeffer genutzt werden können. Es können alle Pflanzenteile verwandt werden.

Aber was macht diese Pflanze für die Gesundheit interessant? Dieser Frage möchte ich im folgenden Artikel nach gehen.

 Die Geschichte der Knoblauchsrauke 

Schon über 5000 Jahre vor unserer Zeitrechnung wurde diese aromatische Pflanze zum Würzen von Speisen im westlichen Ostseeraum genutzt. So fand man Reste der Knoblauchsrauke in Töpfen aus Neustadt an der Lübecker Bucht ebenso, wie bei den dänischen Grabungen in Askonge und Stenø. Auch wenn die Pflanzenreste „verkocht“ waren, ließen sich Essensreste an den Topfwänden analysieren und dabei fand man unter anderem die Knoblauchsrauke.

Im Mittelalter nannte man sie auch das Salz der armen Leute. Da ihre Samenstände ähnlich scharf wie Pfeffer sind dienten sie als Gewürz und die Blätter als Vitamin C Lieferant.

„Die Knoblauchsrauke ist ein edels Kraut zu den grünen Saassen (Soßen), mit Essig und Ingwer abbereit. Seind nicht zu hitzig, meins bedunckens gesunder und anmütiger weder die scharffen Senff Saassen. Sonst ist das vermögen der Knoblauchsrauke wie der Cressen und Senffkreuter, doch allerding milter.“ Schrieb Hieronymus Bock (1498-1554) einer der Urväter der Botanik in seinem „Das Kreutterbuch“ (1539 Straßburg).

Phytotherapeutischer Einsatz von Knoblauchsrauke 

Der Name lässt zwar vermuten, dass die Knoblauchsrauke mit dem Knoblauch verwandt ist, aber das täuscht. Die Knoblauchsrauke ist ein Kreuzblütler (Brassicaceae), ähnlich dem Senf oder Rettich und nicht wie der Knoblauch eine (Lauch)Zwiebelpflanze. Was beiden gemeinsam ist, ist der Knoblauchgeruch und -geschmack, wobei dieser bei der Knoblauchsrauke milder ausfällt. Der Hauptwirkstoff des Knoblauch ist das Alliin eine Vorstufe des Allicin, bei der Knoblauchsrauke sind es die Senfölglycoside, hier vor allem das Sinigrin und Saponine.

Die Volksmedizin kennt die Knoblauchsrauke als Entgiftungspflanze, da sie blutreinigend und harntreibend wirkt. Auch als Wurmmittel wurde sie früher eingesetzt.

Wegen der vorhandenen Saponine wirkt sie schleimlösend und kann daher gut bei Husten und Bronchitis eingesetzt werden. Aber auch auf Asthma wirkt sie sich positiv aus.

Frische Blätter können zerquetscht auf Insektenstiche oder eitrige (geschlossene) Wunden gelegt werden, sie wirken entzündungshemmend und desinfizierend.

Auf Grund ihrer harntreibenden und blutreinigenden Wirkung kann sie gut gegen Gicht oder Rheuma eingesetzt werden. Am besten verwendet man die frische Pflanze, da sie getrocknet einen Großteil ihrer Wirkstoffe verliert. Ob im Salat oder als Presssaft/Smoothie, als Tinktur oder Tee, jedem so wie er es mag. Auch als Pesto kann man sie gut verarbeiten und somit haltbar machen.

Die Knoblauchsrauke ist zwar nicht „giftig“, aber auch hier gilt wie für alle Pflanzen: Vorsicht – „die Dosis macht das Gift“. Bei vermehrter und längerer Anwendung kann es zu Reizungen des Magen-Darm Traktes kommen.

Die besten Standorte zeige ich Euch bei den nächsten Heilkräuterwanderungen.

 

Knoblauchsrauke im ersten Jahr
Im ersten Jahr sieht man nur die herzförmigen Blätter
Knoblauchsrauke wächst überall
Im zweiten Jahr wachsen die Stängel und die Blätter werden spitzer
Knoblauchsrauke
Im Sommer des zweiten Jahres kommen die Blüten und Samenstände

 

 

 

Eure Charlotte Bronst