Die Zaubernuss – Hamamelis virginiana
Trotz der Eiseskälte in den letzten Wochen beginnt meine im letzten Jahr gepflanzte Hamamelis zu blühen. Auch wenn der im Deutschen Zaubernuss genannte Strauch als Winterblüher bekannt ist, sind die Blüten derzeit noch vor den aktuellen Frösten zusammengerollt und geschützt, wie man auf dem Foto unten erkennen kann. Vielleicht hat der eine oder andere schon einmal ein Produkt mit der Bezeichnung Hamamelis in der Hand gehabt. Wozu man welche Bestandteile des Strauches einsetzten kann, erfahrt Ihr im folgenden Artikel.
Die Geschichte der Zaubernuss
Die Hamamelis stammt wie ja auch zu ihr botanischer Bestimmungsname erkennen lässt, aus dem Norden Amerikas und wurde von den Ureinwohnern dort schon als Heilpflanze genutzt. Sowohl von dem Stamm der Cherokee, als auch von dem der Irokesen gibt es Berichte über deren Gebrauch. Von den Cherokee wurde sie hauptsächlich als Tee gegen Schmerzen oder Erkältung und als Auflage bei Hautveränderungen und Verletzungen angewandt. Bei den Irokesen zusätzlich als Brechmittel und bei gynäkologischen Beschwerden. Des Weiteren wurden die gegabelten Zweige der Hamamelis als Wünschelruten zum Auffinden von Wasseradern verwendet.
In Europa erstmal beschrieben wurde sie von Carl von Linné im Jahre 1753 in seinem „Spezies Plantum“ auch der botanische Beiname „virginiana“ wurde von ihm auf Grund der Herkunft des Strauches aus dem US-Bundesstaat Virginia verliehen. Inzwischen gibt es für die Anwendung von Hamamelisauszügen eine sogenannte positive Monographie der Kommission E des Bundesgesundheitsministeriums. Damit ist sie auch offiziell zur Phytotherapie zugelassen.
Phytotherapeutischer Einsatz der Hamamelis
Wie schon bei den Amerikanischen Ureinwohnern wird auch heutzutage die Zubereitung von Hamamelis bevorzugt für Erkrankungen der Haut eingesetzt. Ihre Wirkung ist mit adstringierend (zusammenziehend), beruhigend, entzündungshemmend und blutstillend zu beschreiben. Neben vielen Hauterkrankungen wie der Neurodermitis, Schleimhautentzündungen, Fissuren, Ekzeme usw. findet sich Hamamelisextrakt vor allem in Salben und Cremes gegen Hämorrhoiden. Hier wirken die juckreiz- und blutstillenden, sowie die entzündungshemmenden Inhaltsstoffe der Hamamelis. Dazu zählen die Gerbstoffe, Hamamelin, Hamamelitannin, Quercetol, Chinasäure, Kaempferol, Ellagitannin, Gallussäure, Flavonoide, Phenole und Ätherische Öle.
Das bei der Produktion von ätherischen Ölen entstehende sogenannte Hamameliswasser, ein sogenanntes Hydrolat, wird gerne in der Hautpflege eingesetzt. Seine Wirkung ist schwächer als die der Extrakte, kann aber zum Beispiel in der Gesichtspflege bei entzündlichen Hauterkrankungen wie Akne oder Rosacea begleitend angewendet werden. Auch hier wirkt es entzündungshemmend, beruhigend und durch seine Gerbstoffe leicht austrocknend. Man kann es aber auch nur als Gesichtswasser bei fettiger Haut nutzen.
Zur Anwendung kommen vor allem die Rinde des Strauches oder die frischen Blätter die getrocknet und dann weiter verarbeitet werden. Diese Bestandteile kann man als Tee innerlich zum Beispiel bei Beschwerden des Magen-Darm Traktes oder bei Schleimhautentzündungen im Mund-Rachen Bereich trinken. Aber auch ein Teil- oder Sitzbad bei Hämorrhoiden ist hiermit möglich. Bei für Bäder ungeeigneten Stellen kann der Tee als Kompresse aufgelegt werden, sollte dann aber mindestens für zwei Stunden belassen werden.
Selbstverständlich kann man aus den frischen Bestandteilen auch eine Tinktur mit hochprozentigem Alkohol oder Essig herstellen. Hiervon sollen aber täglich max. 50 Trpf. eingenommen werden.
Ähnlich der Rosskastanie wird Hamamelis gerne bei Krampfadern eingesetzt, sie wirkt gegen die sogenannten „schweren Beine“ über die viele Betroffene klagen. Auch sie hat eine vasokonstriktorische oder gefäßstabilisierende Wirkung vor allem auf die Venen. Hierfür kann sie sowohl innerlich als Tee oder Tinktur als auch äußerlich als Salbe angewendet werden.
Auch in der Homöopathie gilt die Hamamelis als „Venenmittel“ und findet ihren Einsatz vor allem bei Erkrankungen des venösen Systems. Ob bei Hämorrhoiden, Thrombosen oder Krampfadern, wenn das Mittel zu der Person passt kann es schnell Linderung bringen. Die Indikation muss dabei von einer/einem entsprechend ausgebildeten Homöopathin/en gestellt werden.

Bitte denkt immer daran, pflanzliche Mittel haben ihre Grenzen! Wenn eine Besserung nicht nach einer Kur von 2-3 Wochen aufgetreten ist, aber spätestens nach 6 Wochen beendet die Anwendung, hier beziehe ich mich auf nicht homöopathische Mittel ,und wendet Euch dann gerne an mich.
Eure Charlotte
