Die Nachtkerze – Oenothera biennis
Diese ursprünglich aus Amerika stammende Pflanze, ist bei uns inzwischen sehr häufig zu finden. Ob in Gärten oder ausgewildert erfreut sie sich großer Beliebtheit. Als Heilpflanze des Jahres 2026 gewählt, möchte ich meinen doch schon „in die Jahre gekommenen“ Artikel auf den neuesten Stand bringen. Ich hoffe, damit vielen Menschen eine Alternative zur Schulmedizin aufzuzeigen.
Die Geschichte der Nachtkerze
Wie schon oben erwähnt stammt die Pflanze ursprünglich aus Amerika. Schon die Ureinwohner Amerikas verwandten den Brei der zerstampften Samen als Heilmitten für Hautverletzungen, Ausschläge und Verbrennungen. Aber auch die Wurzel kam bei ihnen zur Anwendung.
Wohl anfangs nur als Zierpflanze nach Europa importiert, fand sie im 18. Jahrhundert auch bei uns ihre Anerkennung bei Kräuterkundigen und man untersuchte ihre Bedeutung als solche. Allen voran der französische Botaniker Jean-Baptiste Lamarck war hier federführend. Ab dem 19. Jahrhundert wurde vor allem das Öl der Samen zunehmend in der Heilkunde eingesetzt. Da man seine entzündungshemmenden und schmerzstillenden Wirkungen zu schätzen lernte. Wie viele andere Pflanzen gelangte aber auch die Nachtkerze wieder in Vergessenheit. Erst als in den 1980er Jahren ihr Inhaltsstoff die γ-Linolensäure entdeckt wurde, verhalf dies der Pflanze wieder zurück in die moderne Phytotherapie.
Phytotherapeutischer Einsatz der Nachtkerze
Das aus den Samen gewonnene Öl ist reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, vor allem an der oben schon erwähnte γ- Linolensäure. Diese essentiellen Linolensäuren spielen eine wichtige Rolle bei der Herstellung von körpereigenen entzündungshemmenden Prostaglandinen. Das Öl kann sowohl äußerlich als Pflege, als auch innerlich eingenommen seine Wirkung zeigen. Durch seine Haut pflegenden und Entzündungen hemmenden Eigenschaften wird das Nachtkerzenöl daher gerne für Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Ekzemen oder Akne eingesetzt.
Die Nachtkerze kann aber noch sehr viel mehr. So wird ihr Öl auch zur Linderung von hormonellen Beschwerden in den Wechseljahren eingesetzt. Die γ-Linolensäuren wirken ausgleichend auf den Hormonhaushalt und können daher die typischen Beschwerden der Wechseljahre wie Hitzewallungen, Reizbarkeit und Schlafstörungen lindern. Sie sorgt damit für das emotionale Gleichgewicht und das körperliche Wohlbefinden, dies konnte auch in Studien nachgewiesen werden. So kann es ebenfalls bei dem prämenstruellen Syndrom oder PMS eingesetz werden, um dabei zum Beispiel das unangenehme Brustspannen zu lindern.
Die entzündungshemmenden Eigenschaften des Nachtkerzenöls werden auch bei Arthritis und Erkrankungen des rheumatischen Formenkreis eingesetzt. Da sie nicht nur entzündungshemmend, sondern auch schmerzstillend wirken, führen sie zu einer besseren Beweglichkeit der Gelenke.
Es gibt inzwischen viele wissenschaftliche Studien die sich mit dem Nachtkerzenöl beschäftigen, eine genaue Dosierung und die Art der Therapie ob äußerlich oder innerlich ist aber stark von der Erkrankung abhängig und sollte mit einem Naturheilkundigen Therapeut/in oder Arzt/Ärztin abgesprochen werden.


Ich hoffe, das mit der Aktualisierung meines Artikels (das Original stammte aus dem Jahr 2018) vielen interessierten Lesern meiner Heilpflanze des Monats diese wunderschöne Heilpflanze, die bestimmt in dem ein oder anderen Garten steht, näher gebracht zu haben.
Eure Charlotte
