Die Berberitze – Berberis vulgaris
Gerade schimmern die kleinen roten Beeren der Berberitze besonders schön in der Sonne. Jetzt ohne Blätter im sonst so winterlichen Garten fallen die stacheligen Sträucher besonders auf. Dieser zu den sogenannten Sauerdorngewächsen gehörende Strauch dient den Vögel zum Brüten und jetzt sind sie dankbar für die Früchte. Auch die Insekten freuen sich im Frühjahr über die schönen gelben Blüten und deren Nektar. Aber auch wir können diese, zugegeben mühsam zu erntenden Beeren für unserer Gesundheit nutzen. Wie und wofür, das erfahrt Ihr im folgenden Artikel.
Die Geschichte der Berberitze
Schon bei den Heilkundigen des Altertums wie Dioskurides (1. Jahrhundert), Plinius (23-79) und Galen (129-216) finden sich Berichte über die Berberitze wenn auch unter verschiedenen Namen. Ihren botanischen Namen Berberis verdankt sie aber wohl ihrer an Muscheln erinnernde Blütenblätter, welche im arabischen „berberi“ heißen.
Hildegard von Bingen nannte die Berberitze in ihrer Physica „gelbaum“ womit wohl das Holz des Strauches gemeint ist, welches gelb ist und damals zum Färben von Stoffen genutzt wurde. Sie nutzte aber wohl nur die Knospen als Salbe verarbeitet für Hautkrankheiten und nicht die Früchte, die sie als zur Heilung ungeeignet beschrieb.
Johann von Sachsen, ein sogenannter „Klerikerarzt“ hingegen soll bei der Bekämpfung einer Fieberepidemie in einem oberrheinischen Heereslager einheimische Drogen darunter auch die Berberitze genutzt haben.
1830 isolierten Johann Andreas Buchner und Johann Eduard Herberger aus der Wurzelrinde der Gewöhnlichen Berberitze das Alkaloid Berberin, welches in allen Pflanzenteilen außer den Früchten zu finden ist.
Phytotherapeutischer Einsatz der Berberitze
Auf Grund des Alkaloids Berberin sollte mit Ausnahme der Früchte kein Pflanzenbestandteil in Eigentherapie angewendet werden!
Die Früchte wiederum können getrocknet zum Beispiel in Müsli oder zum aromatisieren von Tee, oder Säften benutzt werden. Sie haben ähnlich der Hagebutte oder des Sanddorns einen hohen Anteil an Vitamin C und Anthocyanen welche auch als freie Radikalefänger bekannt sind. Ähnlich der anderen Früchten ist das Vitamin C in einer thermostabilen Form vorhanden, so dass es auch beim Erhitzen nicht so schnell seine Wirkung verliert. Sind sie so wie jetzt weich, können sie auch direkt vom Strauch gegessen werden, den bitteren Kern ißt man dabei in der Regel nicht mit.
Des Weiteren unterstützen die Früchte die Verdauung bei leichten Magen-Darm Beschwerden. Sie schützen die Leber und steigern die Gallenproduktion. Durch die enthaltenen Gerbstoffe wirken sie zusammenziehend und schützen so die Schleimhaut des Magen-Darm-Traktes.
Das Alkaloid Berberin wird in verschiedenen Studien vor allem in asiatischen Ländern untersucht. Eine dieser Studien belegt seine antimikrobielle und entzündungshemmende Wirkung durch Reduktion des Bakteriums Heliobacter pylori, welches zu Magen-Darm Beschwerden führt. Des Weiteren zeigen Untersuchungen eine Wirkung bei Diabetes mellitus TypII, da es hilft das Bauchfett und die Blutfette zu reduzieren. Eine Tinktur aus Rinde und Wurzel kann gegen Hautentzündungen und Ekzeme eingesetzt werden, auch hier kommt seine antibakterielle Wirkung zum tragen.
Eine Überdosierung von Berberin kann neben Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auch Nasenbluten, Atembeschwerden sowie Reizungen des Harntraktes, der Augen und der Haut nach sich ziehen.
In der Homöopathie wird Berberis oft erfolgreich bei Blasenentzündungen und Blasen- und Nierensteinen eingesetzt. Auch als Leber- und Gallenmittel ist es bekannt. Mit D6 bzw. D12 Potenzen kann man einen Therapieversuch starten, sollte aber spätesten wenn die Wirkung nach 24 Stunden ausbleibt, sich in die Hände eines erfahrenen Therapeuten begeben.
Interessant fand ich in dem Zusammenhang beim Schneiden und Häckseln von Berberitzenzweigen, das diese nach Urin riechen. Hier zeigt sich einmal wieder, das die Signaturlehre doch nicht so falsch liegt. Nicht nur die gelbe Farbe die der Galle und dem Urin zugerechnet wird, auch der Geruch gibt hier einen Hinweis.



Ein gutes und vor allem gesundes neues Jahr 2026 wünscht Euch
Eure Charlotte
