Der Hopfen – Heilpflanze im Dezember

Der Hopfen – Humulus lupulus

Wenn einem in der Vorweihnachtszeit einfach alles zu viel wird, kann diese Heilpflanze uns helfen wieder etwas Boden unter die Füße zu bekommen. Dafür benötigt man kein Bier, welches das wohl bekannteste Produkt aus dem Hopfen ist, man kann die Hopfendolden auch als Tee genießen. Habt Ihr das schon einmal ausprobiert, wenn nicht ist es vielleicht jetzt eine gute Gelegenheit. Welche Wirkung Ihr damit zu erwarten habt, lest Ihr im folgenden Artikel.

Die Geschichte des Hopfen

Der Name Hopfen stammt von dem Germanischen Wort „Hupp“ was soviel wie Quaste bedeutet und auf die Form der Hopfendolden oder Zapfen anspielt. Denn schon in der Jungsteinzeit wurde, wie man von Ausgrabungen weiß, bereits Hopfen verwendet. Die ersten Erwähnungen des Hopfen, als Pflanze die „den Getränken zugesetzt, diese vor dem Faulen bewahre“ wird Hildegard von Bingen zugeschrieben. Und so war der erste Einsatz des Hopfen auch die, dass er das Wasser vor dem Faulen bewahrte und die Menschen somit vor Erkrankungen des Magen Darm Traktes. Die Mönche in den Klostern waren die ersten Bierbrauer und das Bier war häufig ihre Hauptnahrung. Allerdings war der Alkoholgehalt in der damaligen Zeit mit 1-2% sehr gering, so das ein Rausch sehr unwahrscheinlich war.

Auch wenn die sogenannten Väter der Botanik, Otto Brunfels (1532), Hieronymus Bock (1539) und Leonhard Fuchs (1543), darüber diskutierten, welche Pflanzenbeschreibungen in den Werken der antiken Autoren (Dioskurides und Plinius) den Hopfen darstellen könnten, gibt es darüber keine wirklichen Belege. Was aber auch daran liegen mag, das der Hopfen gerne in feuchten und stickstoffreichen Böden wächst, die es in den südlichen Ländern nicht gab.

Phytotherapeutischer Einsatz von Hopfen

Die Hauptinhaltsstoffe des Hopfen sind seine Bitterstoffe Lupulon und Humulon, die auch dem Bier seinen typischen Geschmack verleihen. Aber auch ätherische Öle, Flavonoide, Gerbstoffe, Polyphenole und Polysaccharide finden wir im Hopfen. Das man von Bier müde werden kann kennt jeder, allerdings wirkt der Alkohol einem guten Schlaf entgegen, da er die harntreibende Wirkung verstärkt. Auch ist die Dosis an Hopfen im Bier nicht ausreichend, an durchschlafen ist somit nicht zu denken. Besser man genießt den Hopfen, gerne auch mit anderen schlaffördernden Pflanzen wie Lavendel, als abendlichen Tee. Die Bitterstoffe wirken beruhigend und breiten sich wie eine schöne warme Decke über den Menschen aus. Er bewahrt vor äußeren Einflüssen und entlastet unsere Gedanken von den Alltagspflichten. Wenn man Hopfenzapfen selbst erntet, kann man sie in kleinen Stoffbeuteln trocknen und zum Einschlafen neben das Kopfkissen legen, da die feinen Pollen so nicht verloren gehen und man sie ähnlich eines Lavendelkissens einatmen kann. Beide Pflanzen haben eine angstlösende Wirkung, allerdings „verflüchtigen“ sich die ätherischen Öle des Hopfen schon nach ein paar Wochen und das Säckchen muss neu befüllt werden.

Den in dem Polyphenol Lupulin enthaltenen Alpha- und Beta-Säuren verdanken wir eine antimikrobielle Wirkung gegen Viren, Bakterien und sogar Pilze. Zusätzlich unterstützen sie unser Immunsystem und haben antioxydative Wirkungen. Die ersten Forschungsergebnisse deuten sogar einen Erfolg gegen multiresistente Keime an, ähnlich den Senfölglykosiden in der Kapuzinerkresse und dem Meerrettich. Aber damit noch nicht genug, so können diese Polyphenole gegen Fettleibigkeit und dadurch bedingtem Diabetes mellitus vorbeugen.

Auch Phytoöstrogene sind im Hopfen enthalten, sie können bei Menstruationsbeschwerden und Beschwerden in den Wechseljahren wie Hitzewallungen hilfreich sein. In dem Fall sollte aber mit einem erfahrenen Therapeuten Rücksprache gehalten werden, da es auch Kontraindikationen gibt. Im Zweifelsfalle gibt es weitere sehr gut geeignete Pflanzen wie die Traubensilberkerze oder den Rotklee, dies muss abgewogen werden. 

Und wenn der Weihnachtsbraten dann doch zu schwer im Magen liegt, kann ein abendlicher Tee aus Hopfenzapfen mit seinen Bitterstoffen die Verdauung in Schwung bringen und ähnlich dem Beifuß oder dem Wermut die ja ebenfalls zu den sogenannten Amara oder Bitterstoffdrogen zählen, die Produktion der Galle und des Magensaftes ankurbeln. 

Ihr seht, es gibt genügend Gründe gerade jetzt in der Advents- und Weihnachtszeit einen Hopfentee zu trinken und das Bier einfach mal stehen zu lassen.

 

Der Hopfen - Heilpflanze im Dezember
Hopfenzapfen
Der Hopfen - Heilpflanze im Dezember
Hopfenzapfen mit den typischen Blättern
Hier werden sie getrocknet
Hier werden sie getrocknet

Dann bleibt mir nur noch Euch eine schöne besinnliche Adventszeit und ein frohes Weihnachtsfest zu wünschen.

Alles Gute vor allem Gesundheit, wir sehen und lesen uns im nächsten Jahr oder vorher in meiner Praxis.

Eure Charlotte