Das Behaarte Schaumkraut – Cardamine hirsuta
Nachdem der Schnee jetzt hoffentlich endlich der Vergangenheit angehört, entdeckt man überall im Garten auf freien Flächen eine als Rosette wachsende Pflanze. Das Behaarte Schaumkraut ist, wie das bekanntere Wiesenschaumkraut ein sogenannter Kreuzblüter. Diese Pflanzen sind reich an sogenannten Scharfstoffen. Auch der Senf oder die Radieschen gehören zu dieser Pflanzengattung. Ihr könnt Euch also vorstellen, was das Behaarte Schaumkraut ausmacht. Man kann es ähnlich wie Kresse sehr gut in einen Frühlingsquark hinzufügen um Schärfe hinein zu bekommen. Welche gesundheitlichen Aspekte in dieser Pflanze stecken, erfahrt Ihr im folgenden Artikel.
Die Geschichte des Behaarten Schaumkraut
Das Behaarte Schaumkraut kam ursprünglich im Süden Europas, Asiens und Nordafrika vor. Mit der Erderwärmung hat es sich, am ehesten durch den Import von Pflanzen, aus dem Süden hier ausgebreitet. Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen stammen aus dem Mittelalter von Mönchen und Heilkundigen die es gegen Schmerzen und bei Entzündungen eingesetzt haben.
Die erste botanische Nennung erfolgte wie so oft 1753 durch Carl von Linné in seinem Buch Species Plantarum.
Phytotherapeutischer Einsatz des Behaarten Schaumkraut
Seine entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkung verdankt es der Tatsache, dass es die Produktion der entzündungsfördernden Zytokine hemmt und die Durchblutung verbessert. So kann es bei Gelenk- und Muskelschmerzen, wie auch zur Behandlung einer Arthritis zusätzlich eingesetzt werden.
Bei Ekzemen, leichten Verbrennungen und ähnlichen Hautproblemen kommt eine äußerliche Anwendung in Frage, es beruhigt die Haut und fördert die Heilung.
Der Kresse artige scharfe Geschmack macht sich gut in einem Frühlingsquark mit Wildkräutern, zumal um diese Jahreszeit hier bei uns im Norden noch nicht so viele Wildkräuter zu finden sind. Aber auch für einen Wildkräutersalat oder ein „wildes“ Smoothie eignet sich das Behaarte Schaumkraut. Allerdings sollte man die Pflanze möglichst vor der Blüte ernten, da im Verlauf die Blätter nicht mehr so scharf, sondern eher bitter schmecken. Die Senfölglykoside, Vitamin C und die Bitterstoffe im Behaarten Schaumkraut wirken durchblutungsfördernd, stoffwechselanregend und unterstützen unser Immunsystem. All das brauchen wir für einen guten Start ins Frühjahr.
Als sogenannte „Ausscheidungsorgane“ dienen die Niere und die Lunge, daher kann das Behaarte Schaumkraut bei leichteren Beschwerden der ableitenden Harnwege oder der Lunge eine gute Unterstützung sein, ähnlich der Kapuzinerkresse oder dem Meerrettich.
Also alles in allem ein „unerwünschtes Wildkraut“ welches man am besten einfach aufißt, bevor es sich zu sehr ausbreitet.

Guten Appetit und bis bald
Eure Charlotte
